Ziegenfußsuppe


Notdürftige Verbesserung des Abflusses von Brackwasser, das offen über einen vergleichsweise breiten Weg in Chiambio fließt. Chiambio ist einer von rund 125 Slums in Nairobi.

Männer schaben Ziegenfüße ab, um daraus eine Suppe zu kochen. Kleine Fische liegen auf Tischen aus und werden später auf ein kleines Drahtgebilde gesteckt, dass so groß ist wie ein Nachttisch und so aussieht wie eine Wäschespinne. Vielleicht zum Räuchern oder Trocknen. Die scharfen Kanten der Wellblechhütten sind genau auf Kopfhöhe, gleichzeitig muss man in den oft nur schulterbreiten Gängen aber auch die Füße im Blick haben: Der erdige Weg ist voll Müll, hat Löcher und knietiefe Gräben, durch die das Abwasser offen fließt. Wenn es regnet und das brackige grauschwarze Wasser voller Abfall, Fäkalienschlamm und Plastiktüten die Wege überschwemmt, möchte ich nicht hier durch müssen.

Ja, die Kinder spielen wirklich mit rollenden Reifen. Ja, die einfachen Läden sind alle sehr schön angemalt. Die Frauen haben mit ihren krausen Haaren ernsthafte Dauerprobleme, deshalb gibt es viele Salons. Und Pubs und Billardstuben kleiner als Gartenhütten.

Die Metzgerei? 4 Quadratmeter groß. Kino (20 Sitzplätze): 9 Quadratmeter.

Ich habe gehört es gibt hier Klassen mit 70 oder 80 Kindern auf 1 Lehrer.


Meine Kirche ist mein Kino

Viele Frauen waschen Wäsche. Viele Männer sitzen herum. Manchmal in oder vor ihren Länden, oft aber einfach so. Und ich finde das nicht ganz so verwerflich, klar sie könnten ja auch die Straße sauber machen, die Hütte reparieren, die Staus in den Abwasserkanälen beseitigen, aber ansonsten: Sie haben kein gemütliches Heim, keine Bücher, keinen Fernseher, sie können nicht oft ins Kino gehen oder shoppen, und Arbeit finden sie auch nicht. Was macht man da? Auf dumme Gedanken kommen - oder nichts. Auch deshalb laufen wohl die Kirchen so gut: Sie haben Balsam für die Seele - und gute Unterhaltung noch dazu. Allerdings: Auch Kirchbesuche kosten natürlich etwas, denn ein Opfer wird schon erwartet und es sieht mir auch durch die schiere Anzahl der Kirchen durchaus nach einem Geschäftsmodell aus.


Kenia klingt romantisch nach Safari - aber es gibt 135 Slums - allein in Nairobi.

Die Hütten haben keine Fenster, nur eine Tür nach außen, stehen Wand an Wand, ein dunkler Raum ohne Fenster, ohne Wasser, manchmal illegal angezapften Strom. Die Hütten sind aus Wellblechfetzen, Brettstücken, dicken Ästen und Lehm. Aber nicht mal diese einfachsten Behausungen gehören den Bewohnern. Sie zahlen 4 Euro im Monat Miete an oft reiche Vermieter, die hunderte oder tausende solcher "Wohnungen" besitzen, teilweise einflussreiche Politiker, die alle Verbesserungsversuche blockieren.


"Flying Toliets"

Mangels sanitärer Anlagen nutzen die Menschen Papiertüten - und diese werden dann bei Nacht heimlich so weit wie möglich weggeworfen. Zur äußerst zweifelhaften Freude der Nachbarn und mit fatalen Folgen für die Hygiene. Ein Toilettenbesuch in der von einem Jugendprojekt betriebenen Toilette kostet 10 Kenia Shilling, also 10 Cent.

 

Jetzt im Reisetagebuch



Projektreise Kenia und Uganda


Von Ende Oktober bis Anfang November 2012 ist Benjamin Wolf, wieder in Afrika unterwegs. Diesmal in Kenia und Uganda. Auch hier schreibt er wieder ein Reisetagebuch über seine Erlebnisse

Zum Reisetagebuch Kenia und Uganda



Projektreise Südafrika


Vom 17. August bis zum 06. September 2012 war Benjamin Wolf, der Gründer und Geschäftsführer der Südwerk Stiftung, in Südafrika unterwegs. Er besuchte fünf der von uns unterstützten Projekte und traf viele Menschen und Organisationen.

Das Ziel der Reise war, die bestehenden Projekte und vor allem die beteiligten Personen vor Ort kennen zu lernen. Darüber hinaus wird der Blick auch in die Zukunft gehen, um künftige Chancen zu erkennen.

Zum Reisetagebuch Südafrika

Blog

Lesen Sie hier beispielhaft, was Südwerker als Freiwillige in dem von Foundation Human Nature e.V. betreuten Projekt bei ihren Einsätzen auf der Gesundheitsstation in Ecuador erlebt haben."

Sebastian, ab Januar 2013: zum Blog

Myriam, November 2011 bis Januar 2012: zum Blog

Benjamin Wolf, Juli 2008 bis August 2008: zum Blog

Clara, Oktober 2008 bis Februar 2009: zum Blog

Marianne Harr, November 2007 bis Mai 2008: zum Blog

Philipp Wolf, Juli 2007 bis Februar 2008: zum Blog


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